Wildtiere:
Der Wolf in der Schweiz
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Wildtiere Wolf |
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Wildtiere Wolf |
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November
2008: Wolf im Kanton Graubünden |
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Wolf
in einem Nebental des Val Müstair
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Nachdem
vor gut einem Monat ein zweiter Wolf in der Surselva bestätigt werden
konnte, liegt nun der sichere DNA-Nachweis eines Wolfes aus dem Val Müstair
vor. Anfangs November fielen einem Wildhüter verdächtige Spuren
in einem Seitental des Val Müstair auf. Der Wolf befindet sich gegenwärtig
noch im Tal. Bereits im vergangenen Winter weckten verschiedene Risse an
Wildtieren den Verdacht auf die Anwesenheit eines Wolfes im Tal. Bis jetzt
sind keine Verluste bei Haustieren gemeldet worden. Die an der Universität
in Lausanne durchgeführte DNA-Analyse bestätigt die Art, Canis
lupus oder eben Wolf. Sie kann aber vorläufig noch keine Angaben darüber
machen, ob es sich um ein männliches oder weibliches Tier handelt.
Quelle:
Amt für Jagd und Fischerei Graubünden Kanton
Graubünden 26. November 2008
Weitere Informationen
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November
2008: Wölfe in der Schweiz |
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Zurzeit
leben acht Wölfe in der Schweiz |
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November
2008
Eine
Bestandesaufnahme zeigt: Zurzeit leben in der Schweiz acht Wölfe,
kein einziger Braunbär und rund hundert Luchse. Die Anwesenheit der
Grossraubtiere sorgt immer noch für Probleme. Darum müssen Herden
konsequenter geschützt werden und alle Beteiligten besser zusammenarbeiten.
Rund
hundert Schafe haben Wölfe dieses Jahr gerissen, erneut vor allem
im Wallis. "Immer mehr Schafhalter schützen ihre Herden und sind damit
erfolgreich. Viele Tiere werden aber noch nicht gut genug gehütet",
sagt Kurt Eichenberger, vom WWF Schweiz. Die Wölfin im Chablais konnte
vierzig mangelhaft geschützte Schafe reissen. Der Kanton Wallis sieht
sich in einem Dilemma: Der Bund anerkennt die Risse nicht für die
Erteilung einer Abschussgenehmigung, da die Schutzmassnahmen ungenügend
waren. Kurt Eichenberger ist gleicher Meinung: "Das Wallis würde sich
beim Bund und einer starken Mehrheit der Bevölkerung diskreditieren,
falls dort erneut ein Wolf abgeschossen würde."
Gegenwärtig
besiedelt der Wolf nach und nach den Norden der Alpen. Letztes Jahr lag
der offizielle Bestand bei fünf Tieren, heute sind es offiziell acht.
Die betroffenen Kantone (GR, VD, BE, FR, UR, OW, TI) bereiten sich meist
aktiv auf die Rückkehr des Tieres vor. Konflikte gibt es allerdings
im Tessin, wo Kleinviehhalter im Verzascatal Widerstand leisten. Während
der Sömmerung waren rund hundert Schutzhunde im Einsatz, um die Herden
zu schützen und damit auch die Ängste vor dem Wolf abzubauen.
Quelle: WWF
25. November 2008
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Oktober
2008: Wolf im Kanton Obwalden |
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Der
Wolf nach 160 Jahren wieder zurück in Obwalden |
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Oktober
2008
Mitte
Oktober 2008 wurden im grossen Melchtal auf Gemeindegebiet von Sachseln
von einem Wolf neun Schafe gerissen. Rissbilder und mittels Photofalle
gemachte Aufnahmen bestätigten dies, ebenso die in Auftrag gegebene
und Ende Oktober abgeschlossene DNA-Analyse. Mit grosser Sicherheit handelt
es sich um einen Wolf italienischer Abstammung. Weitere Daten werden zur
Zeit ausgewertet. Damit ist der Kanton Obwalden neues Wolfsgebiet.
Wolfkonzept
Obwalden
Die
Einwanderung des Wolfes veranlasst das Bau- und Raumentwicklungsdepartement
Obwalden ein kantonales Wolfkonzept zu erarbeiten. Dieses soll sich im
Wesentlichen auf das Wolfkonzept Schweiz vom 10. März 2008 stützen
und rechtliche Aspekte über den Schutz, Grundlagen zum Herdenschutz,
das Ablaufschema bei Wolfschäden, mögliche Schutzmassnahmen auf
Obwaldner Schafalpen sowie die vorgesehene Information beinhalten.
Mit
dem Konzept soll eine Grundlage geschaffen werden, damit die verantwortlichen
kantonalen Amtsstellen und Behörden sowie die Kleinviehhalter mit
der Wolfpräsenz sachgerecht umgehen können.
Das
Wolfkonzept Obwalden entsteht in Zusammenarbeit mit dem Amt für Landwirtschaft
und Umwelt, der Koordinierten Forschungsgruppe zur Erhaltung und zum Management
der Raubtiere in der Schweiz (KORA) und des Bundes. Die Jagdverwaltung
wird zudem von externen Beratern unterstützt, die bereits mit der
Wolfpräsenz Erfahrung haben.
Schutz
der Wölfe
Der
Wolf ist international (Berner Konvention 1979) und seit 1988 national
(über die Eidgenössische Gesetzgebung) geschützt. Gemäss
dem vom Bund nach nationaler Jagdverordnung erstellten Konzept soll die
Besiedlung des Wolfes nur auf natürlichem Weg erfolgen, das heisst,
es werden keine Wölfe in der Schweiz ausgesetzt oder, wie beim Luchs,
umgesiedelt.
Abschusskriterien
für schadenstiftende Wölfe
Eine
interkantonale Kommission, zusammengesetzt aus Vertretern des betroffenen
Kantons, der Nachbarkantone und des Bundes, gibt eine Empfehlung für
die Erteilung einer Abschussbewilligung. Demnach kann der Kanton für
einzelne Wölfe, die erhebliche Schäden an Nutztieren anrichten,
eine Abschussbewilligung erteilen. Schadenstiftend ist ein Wolf gemäss
nationalem Konzept dann, wenn in einem Schadenperimeter mindestens 35 Nutztiere
innerhalb von vier Monaten oder 25 Nutztiere innerhalb eines Monats gerissen
werden. Es werden jedoch nur Risse gezählt, bei denen (nach früheren
Schäden) zumutbare Schutzmassnahmen ergriffen wurden. Bevor ein Abschuss
in Frage kommt, werden Schutzmassnahmen ergriffen, wozu das Wolfkonzept
Grundlagen liefern soll.
Schäden
durch Wölfe werden von Bund (80 %) und Kanton (20 %) entschädigt.
Für die Bestimmung der Entschädigungshöhen werden die Einschätztabellen
der nationalen Zuchtverbände benutzt.
Information
Die
Information geniesst hohe Priorität. Das Bau- und Raumentwicklungsdepartement
Obwalden informiert die Bevölkerung und die Kleinviehhalter laufend
über die Aktivitäten und den Standort von Wölfen. Zudem
werden die Kleinviehhalter nach Vorliegen des kantonalen Wolfskonzepts
über mögliche Schutzmassnahmen orientiert und beraten.
Einwanderung
des Wolfes in die Schweiz
In
den 1970er Jahren wurde der Wolf in Italien unter Schutz gestellt. Seither
hat sich die Ausbreitungsfront der Wölfe jährlich durchschnittlich
um ca. 25 km nach Norden vorgeschoben. In den letzten Jahren
sind
regelmässig Wölfe aus den italienisch-französischen Alpen
in die Schweiz zugewandert und haben neben Wildtieren auch Nutztiere gerissen.
Aktuell leben nachweislich mindestens acht Wölfe in der Schweiz.
Quelle: Kanton
Obwalden 4. November 2008
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Denalp, Melchtal (OW) unterhalb der Storegg
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