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Jugendsexualität im Wandel der Zeit: Medien 2009
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Thema: Staatskunde -Statistiken Schweiz
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Jugendsexualität im Wandel der Zeit: Veränderungen, Einflüsse, Perspektiven

Bericht der EKKJ 2009

Jugendsexualität und Medien: Schutz verbessern und Medienkompetenz fördern

Referat von Luca Cirigliano, lic. iur., Richter Bezirksgericht Lenzburg, Mitglied der EKKJ

Neue Medien

Sowohl traditionelle wie auch "neue" Medien sind für die Sozialisierung von Kinder und Jugendliche in unserer Gesellschaft sehr wichtig. Als "SuperPeers" begleiten vor allem elektronische und audiovisuelle Medien heute Jugendliche gerade auch in der Entwicklung ihres Sexualverhaltens - im Guten wie im Schlechten.

Einerseits können elektronische Medien eine attraktive und effektive Informationsquelle für Jugendliche sein und so eine gesunde Sexualerziehung begünstigen. Hier sind Beratungs-Online-Portale wie ciao.ch/tschau.ch oder infoclick.ch zu erwähnen. Andererseits ist durch die ständige Verfügbarkeit von medialen Inhalten über Internet auch härteste Pornographie für Kinder frei zugänglich. Die bestehenden Altersschutz-Bestimmungen des StGB greifen hier häufig nicht.

Differenzierte Sicht auf Medienrolle

Die EKKJ will hier nicht in ein billiges "MedienBashing" verfallen. Die Errungenschaften in den elektronischen Kommunikationstechnologien, die Möglichkeiten, Bild und Audiodateien in kleine Datenmengen zu komprimieren und die Leichtigkeit des Informationsaustausches über Internet sind Teile einer Entwicklung, mit der wirleben lernen müssen. Hier stecken auch grosse Potentiale und Chancen.

Forderungen

Die Forderungen der EKKJ, sind realistisch, evaluierbar und vor allem verhältnismässig: Die wichtigen Freiheiten der MedienakteureMeinungsäusserungsfreiheit, Kunstfreiheit und Wirtschaftsfreiheitmüssen gewahrt bleiben.

Werbung:

Die Schweizerische Lauterkeitskommission als Kontrollorgan für Werbung sollte in ihren Grundsätzen für Lauterkeit in der kommerziellen Kommunikation1 dringend ein Kapitel "Werbung und Kinder/Jugendliche" einbauen. Heute werden diese Alterskategorien nur im Zusammenhang mit der Kommerzialisierung von Alkohol und Zigaretten besonders geschützt. Dass Werbung, die stark sexualisiert ist ("sex sells"), häufig auch von Kindern mitkonsumiert wird, wird nicht berücksichtigt. Es muss klar festgelegt werden, wo Werbung, die mit erotischen Botschaften arbeitet gezeigt werden darf und wo nicht, so wie es heute auch beim Alkohol geschieht (Plakat-Standorte, zeitliche Begrenzung von Werbefenstern in TV, etc.).

Die Medienkompetenz von Eltern und Jugendlichen ist zu erhöhen.

Über die neuen Medien werden Kinder und Jugendliche heute früh mit Inhalten sexueller Natur konfrontiert - freiwillig oder unfreiwillig. Die Zugangsschranken zu nicht altersgerechten oder illegalen Inhalten sind heute niedriger denn je. Eltern und Lehrpersonen der heutigen Jugendlichen sind selbst nicht mit Handys und Internet aufgewachsen und fühlen sich im Umgang entsprechend unsicher. Deshalb sollen sich Eltern mit dem MedienKonsum ihrer Kinder und mit den neuen Medientechnologien im Allgemeinen auseinandersetzen und ihre Kinder nicht alleine in der virtuellen Realität lassen.

Forderungen Konkrete Umsetzung Adressaten
Die Werbung muss Rücksicht auf die unfreiwillig mitkonsumierenden Kinder und Jugendlichen nehmen. Die Grundsätze Lauterkeit in der kommerziellen Kommunikation (faire-werbung.ch) um ein Kapitel "Werbung und Kinder/Jugendliche" ergänzen. Schweizerische Lauterkeitskommission
Eltern müssen mehr über das Internet wissen und seine Gefahren einschätzen können. Elternbildungskurse zu diesem Thema auf breiter Front lancieren. Elternbildungsorganisationen
Schweizerischer Bund für Elternbildung

1 http://www.fairewerbung.ch/pdf/grundsaetze.pdf. Evaluation: Neufassung im Jahr 2010

Quelle: Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ),Oktober 2009

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Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ)
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