 |
Landwirtschaft
Schweiz |
|
 |
Landwirtschaft
Schweiz |
|
Trotz
wechselhaften Wetters Anstieg der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr
2007 |
 |
 |
Laut
ersten Schätzungen beläuft sich der Wert der landwirtschaftlichen
Gesamtproduktion im Jahr 2007 auf 10,3 Milliarden Franken, was einer Zunahme
um 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Nachdem die Bruttowertschöpfung
seit 2004 kontinuierlich zurückgegangen ist, hat sie nun in diesem
Jahr zu laufenden Preisen wieder um 1,8 Prozent zugenommen. Im
Vergleich zum schwierigen Landwirtschaftsjahr 2006 ist das Nettounternehmenseinkommen
(Entgelt der selbständigen Arbeit) für die gesamte Landwirtschaft
in der Schweiz um 2,1 Prozent gewachsen. |
|
Soweit
einige Ergebnisse der landwirtschaftlichen Gesamtrechnung, die das Bundesamt
für Statistik (BFS) erarbeitet hat.
Die
drei ersten Quartale des Jahres 2007 waren zum Teil durch extreme Wetterverhältnisse
geprägt.
Ein milder und niederschlagsarmer Winterabschluss sowie
ein trockener Monat April, gefolgt von einem äusserst regnerischen
Frühling und Sommer haben bei der pflanzlichen Erzeugung (43% des
Gesamtproduktionswertes) zu einer stark durchzogenen Bilanz geführt.
Die Erträge fielen je nach Anbauart und Region sehr unterschiedlich
aus. Demgegenüber profitierte die tierische Erzeugung (fast 48% des
Produktionswertes) von gesamthaft guten Absatzbedingungen. Der restliche
Anteil der Produktion, der sich aus landwirtschaftlichen Dienstleistungen
(spezialisierte Arbeiten in Ackerbau und Tierhaltung) und nichtlandwirtschaftlichen
Nebentätigkeiten zusammensetzt, ist insgesamt praktisch unverändert
geblieben (9% des Produktionswertes).
Unterschiedliche
Entwicklung in der pflanzlichen Erzeugung
 |
Die
pflanzliche Erzeugung hat im Vergleich zum Jahr 2006 um 8,7 Prozent zugenommen. Damit sind die Ernteerträge zwar grösser als im Vorjahr, aber
die Qualität des Brotgetreides ist schlechter geworden und das Preisniveau
liegt tiefer, weshalb der Produktionswert des Getreides gesunken ist. Die
inländische Erzeugung von ölsaaten ist 2007 gestiegen, ebenso
wie diejenige von Zuckerrüben. Die Ernteprognosen für die äpfel
und Kartoffeln sind trotz verkleinerten Anbauflächen besser als im
Vorjahr. |
|
Schweizweit
betrachtet bleibt der Produktionswert des Gemüseanbaus unverändert,
obwohl in einzelnen Regionen wie beispielsweise im Berner Seeland zum Teil
grosse Einbussen zu verzeichnen waren (überschwemmungen). Im laufenden
Jahr werden zudem eine gute Obsternte und eine frühe Traubenernte
erwartet, wobei die Ertragsmengen aufgrund der starken Regenfälle
im Mai insgesamt unter denjenigen von 2006 liegen dürften. Schliesslich
lässt auch die Entwicklung bei den Futterpflanzen auf eine gute Futterversorgung
schliessen. Anzumerken ist jedoch, dass der Nährwert der Wiesen und
Weiden unter dem regnerischen Sommer gelitten hat.
Der
Gesamtwert der pflanzlichen Erzeugung ist seit 1990 um fast einen Viertel
zurückgegangen. In der gleichen Periode hat der Anteil der Spezialkulturen
(Gemüsebau, Obstbau, Gartenbau und Weinbau) an Bedeutung gewonnen:
Sie stellen heute 50 Prozent des Wertes der pflanzlichen Erzeugung dar.
Stabilität
bei der tierischen Erzeugung
 |
Die
tierische Erzeugung hat sich insgesamt gegenüber 2006 nicht verändert. Erwartet wird eine leichte Zunahme bei der Produktion von Nutz- und Schlachtvieh,
während der Wert von tierischen Erzeugnissen wie Milch und Eiern weiterhin
rückläufig ist. Wie im Jahr 2006 hat der Rindermarkt auch
in diesem Jahr von guten Preisen und einer starken Nachfrage nach Nutzvieh
im Binnenmarkt profitiert. Nach einer Periode tiefer Preise für
Schweine erholt sich dieser Sektor nun langsam wieder. |
|
Trotz
einer Zunahme der Anzahl Schweineschlachtungen hat die starke Nachfrage
die Preise über das Vorjahresniveau ansteigen lassen. Bei der
Geflügelproduktion konnten die 2006 verlorenen Marktanteile zurückerobert
werden. Der Produktionswert der Milch ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken.
Die kürzlich angekündigte Erhöhung des Milchpreises per
letztes Quartal 2007 (er wurde Anfang 2007 gesenkt) gilt selbstverständlich
nur für einen Teil der diesjährigen Milchlieferungen. Seit 1990
ist der Gesamtwert der tierischen Erzeugung um fast einen Drittel zurückgegangen.
Dabei ist der Anteil der Milch (45%) relativ stabil geblieben.
Anstieg
der Produktionskosten, Stabilität der öffentlichen Beiträge
 |
Die
Ausgaben für Vorleistungen haben gegenüber 2006 um 4,7 Prozent
zugenommen. Weil sie damit deutlicher zugelegt haben als der Gesamtproduktionswert,
beschränkt sich der Anstieg der Bruttowertschöpfung auf 1,8 Prozent.
Ein
Grund für die Zunahme der Vorleistungen ist der mengen- und wertmässig
gestiegene Verbrauch hofintern produzierter Futtermittel. Ebenfalls einen
Einfluss hatten der erneute Anstieg der Treib- und Brennstoffpreise sowie
die allgemeine Preisentwicklung. |
|
Demgegenüber
wurde der Anstieg der Mengen industriell hergestellter Futtermittel, die
aufgrund der mangelhaften Qualität der Wiesen und Weiden zugekauft
werden mussten, durch eine Preisabschwächung in diesem Bereich ausgeglichen.
Gemäss
ersten Schätzungen fallen die Schwankungen bei den anderen Kostenposten
gegenüber 2006 weniger deutlich aus. Der Anstieg der Abschreibungen
um 1,2 Prozent ist im Wesentlichen auf die gestiegenen Baupreise zurückzuführen.
Die Arbeitnehmerentgelte im Landwirtschaftsbereich sind praktisch unverändert
geblieben, wobei die Neubewertung der Naturalbezüge (Unterkunft und
Verpflegung) durch den erwarteten Rückgang des Beschäftigungsvolumens
kompensiert wird.
Die
Produktionssubventionen, zu denen insbesondere allgemeine Direktzahlungen
und Beiträge für ökologische Leistungen sowie eine tiergerechte
Viehhaltung gehören, bewegen sich auf dem Niveau des Vorjahres.
Leichter
Anstieg des Einkommens im landwirtschaftlichen Sektor
Das
Nettounternehmenseinkommen in der gesamten schweizerischen Landwirtschaft
wird für 2007 auf 2,6 Milliarden Franken geschätzt, was einem
Anstieg um 2,1 Prozent gegenüber dem schwierigen Landwirtschaftsjahr
2006 entspricht.
Diese
Zahlen müssen im Zusammenhang mit der strukturellen Entwicklung in
der Landwirtschaft in den vergangenen Jahren betrachtet werden. Im Zeitraum
zwischen 2000 und 2006 ist das Nettounternehmenseinkommen um 24 Prozent
gesunken, während das Bruttounternehmenseinkommen (vor Abzug der Abschreibungen)
um 11 Prozent geschrumpft ist. Diese Differenz erklärt sich durch
die immer grösseren Abschreibungen. Die Entwicklung des Bruttounternehmenseinkommens,
das heisst des Einkommens, das "zum Leben und Investieren»
bleibt, steht in einem direkten Zusammenhang zum Ausmass der Restrukturierung
des Landwirtschaftssektors in dieser Periode.
Die
Anzahl Landwirtschaftsbetriebe hat von 2000 bis 2006 um 11 Prozent abgenommen
(2000: 70'500, 2006: 62'800), während die Zahl der Vollzeitäquivalente
um 13 Prozent gesunken ist.
nach
oben
Landwirtschaftliche
Einkommen steigen 2007 |
 |
Die
wirtschaftlichen Ergebnisse der landwirtschaftlichen Betriebe sind im Jahr
2007 ähnlich ausgefallen wie in den guten Jahren 2000 und 2004. Gegenüber
2006 nehmen sowohl der Arbeitsverdienst je Familienarbeitskraft als auch
das landwirtschaftliche Einkommen je Betrieb zu. Dies zeigen die definitiven
Ergebnisse der Zentralen Auswertung von Buchhaltungsdaten der Forschungsanstalt
Agroscope Reckenholz-Tänikon ART.
Der
durchschnittliche Arbeitsverdienst je Familienarbeitskraft liegt im Jahr
2007 bei 39 500 Franken gegenüber 34 500 Franken im Jahr 2006 (+14
%). Das landwirtschaftliche Einkommen je Betrieb beträgt 61 100 Franken
gegenüber 52 900 Franken im Vorjahr (+16 %). Dieses positive Resultat
wird durch eine starke Zunahme der Rohleistung erreicht, obwohl gleichzeitig
auch die Kosten steigen. Im Vergleich zum Dreijahresmittel 2004/2006 steigt
das landwirtschaftliche Einkommen um 9,4 %.
Die
mittlere Rohleistung je Betrieb nimmt gegenüber 2006 deutlich zu (+7,0
%). Einerseits liegt das an den höheren Produzentenpreisen einzelner
tierischer und pflanzlicher Produkte wie Rindvieh, Schweine oder Gemüse,
andererseits an der Ausdehnung der Raps- und Zuckerrübenflächen.
Zudem sind dank besserer Witterungsverhältnisse die Erntemengen im
Ackerbau (vor allem Kartoffeln und Zuckerrüben) und im Futter- und
Obstbau höher als im Vorjahr.
Die weiterhin gute Situation auf dem
Holzmarkt schlägt sich in einer leicht höheren Rohleistung aus
dem landwirtschaftseigenen Wald nieder. Die Rohleistung Milch ist gegenüber
dem Vorjahr unverändert, da die höhere Milchproduktion pro Betrieb
den zeitgleichen Preisrückgang kompensiert. Der Milchpreisanstieg
gegen Ende 2007 kann den Preisabschlag zu Beginn 2007 nicht ausgleichen,
deshalb resultiert im Vergleich zum Vorjahr ein Preisrückgang. Aufgrund
der Einführung von Raufutterverzehrer-Beiträgen für Milchkühe
nehmen die Direktzahlungen je Betrieb zu.
Die
Fremdkosten je Betrieb nehmen gegenüber 2006 ebenfalls zu (+4,3 %).
Diese Steigerung hat im Wesentlichen vier Ursachen:
Der
höhere Rindviehbestand führt zu steigenden Futtermittelkosten.
Verbesserte Ferkelpreise und eine weiterhin positive Preisentwicklung beim
Rindvieh führen zu höheren Kosten beim Tierzukauf.
Der vermehrt überbetriebliche Maschineneinsatz schlägt sich in
höheren Kosten für Arbeiten durch Dritte nieder.
Die
Gebäudekosten nehmen zu.
nach
oben
Links |
 |
 |
 |
Externe Links |
|