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World Tourism Forum Lucerne
Nachhaltigkeitsstudie zeigt Handlungsbedarf
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Thema: Wirtschaft, Handel & Beruf
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World Tourism Forum Lucerne

Zum World Tourism Forum Lucerne

Das Forum bietet als Think Tank Entscheidungsträgern aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Finanzwelt eine Plattform, um gemeinsam über die strategischen Herausforderungen im Tourismus der kommenden Jahre zu diskutieren. Es ist das einzige Tourismus-Forum, das unter dem Titel «Talent Management» führende Entscheidungsträger mit aufstrebenden jungen Talenten zusammenbringt. Das World Tourism Forum Lucerne wird von einem internationalen Fachbeirat begleitet, dem unter anderem Samih Sawiris (Chairman & CEO Orascom Development Holding), Thea Chiesa (Head of Aviation, Travel and Tourism World Economic Forum), Andreas Meyer (CEO SBB), Sir David Michels (Deputy Chairman Marks & Spencer Plc., ehemaliger CEO Hilton Group) und Geoffrey Lipman (Special Advisor to the Secretary General UNWTO, Director greenearth.travel) angehören.

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Nachhaltigkeitsstudie zeigt Handlungsbedarf

Eine von der Hochschule Luzern für das World Tourism Forum Lucerne durchgeführte Studie zur Nachfrage nach nachhaltigem Tourismus zeigte auf, dass die Zahlungsbereitschaft der Kunden für Nachhaltigkeit minimal ist. Die Kunden verlangen hingegen zunehmend, dass die angebotenen Produkte bereits nachhaltig sind. Mit anderen Worten wird Nachhaltigkeit beim Kauf vorausgesetzt und nicht als Zusatzangebot wahrgenommen. Für sämtliche Betriebe entlang der touristischen Wertschöpfungskette heisst dies wiederum, dass sie Nachhaltigkeit komplett in den Produktgestaltungsprozess integrieren und damit bedeutende Investitionen tätigen müssen. Technologische Lösungen wie neue Applikationen können dabei eine Lösung spielen; sie werden alleine jedoch nicht für einen Wandel in der Branche reichen. Die entscheidenden Faktoren werden vielmehr eine Stärkung der Kooperation über die Branche hinweg und starke staatliche Anreize sein.

In intensiven Fachgesprächen im Plenum, in den parallelen Breakout Sessions, in Workshops und im World Café wurden zahlreiche Beispiele für den erfolgreichen Einsatz von Nachhaltigkeit als Business Konzept vorgestellt. Ein indischer Hotelkettenbesitzer setzt auf die Wiederbelebung zerfallender Paläste als Hotels, ein kanadischer Tour Operator auf die konsequente Ausrichtung aller Produktbestandteile auf Nachhaltigkeit und ganze Länder verwenden die Nachhaltigkeit als Leitkonzept für das Destinationsmanagement. Eine Befragung der anwesenden Führungskräfte zeigte zwar, dass die Nachhaltigkeit bei vielen führenden Anbietern heute kein strategisches Thema ist. Es herrschte jedoch Einigkeit darüber, dass die Integration der Nachhaltigkeit in den Massenmarkt ein Erfolgsfaktor für die Zukunft der Tourismusbranche sein wird.

Nachhaltiger Tourismus als interessante Marktnische

Ferienreisende möchten grundsätzlich nachhaltig reisen, sind aber noch nicht bereit, signifikant mehr für einen «nachhaltigen» Urlaub zu bezahlen. Diese Bestätigung liefert eine Studie der Hochschule Luzern, die im Hinblick des World Tourism Forum Lucerne 2011 erstellt wurde. Die Studie basiert auf Antworten von fast 5'000 Schweizer Kunden des Reiseveranstalters Kuoni.

Das Schlagwort Nachhaltigkeit beschäftigt die Tourismus-industrie und wirft Fragen auf. Im Hinblick auf das Forum, das diese Woche im Verkehrshaus Luzern stattfindet, hat die Hochschule Luzern eine breit angelegte Studie durchgeführt. In einem ersten Teil - einer Internet-Befragung von über 6'000 Touristen in acht Ländern - ging es um die Frage, was Reisende unter nachhaltigem Tourismus verstehen und ob das Thema Nachhaltigkeit bei der Auswahl des Ferienzieles und beim Buchungsverhalten eine Rolle spielt. Im zweiten Teil wurden Schweizer Kuoni-Kunden gefragt, wie viel mehr sie bereit wären für «nachhaltige Ferien» zu bezahlen.

Fast 30'000 Kunden von Kuoni und Helvetic Tours in der Schweiz erhielten per Internet einen Fragebogen zugeschickt. 16 Prozent oder gut 4'800 Kunden beteiligten sich an der Umfrage. Die Forscher erhoben die Bereitschaft der Kundschaft, wie viel mehr sie für Nachhaltigkeit aufwenden würden, und zwar für eine Safari-Reise nach Südafrika und Strandferien auf den Malediven. Die Ergebnisse weichen kaum voneinander ab.

Fazit: Der Kunde möchte zwar gerne nachhaltige Angebote buchen, ist aber nur in einem sehr beschränktem Mass dazu bereit, mehr dafür zu bezahlen und auch nur dann, wenn er seinen Urlaub in allen Belangen als nachhaltig wahrnimmt. Konkret heisst das: Je nachhaltiger die Faktoren der angebotenen Reise sind (lokale Produkte, Arbeitsbedingungen oder Umgang mit der Umwelt), desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Angebot berücksichtigt wird. Allerdings geht auch in diesem Fall die Bereitschaft nicht so weit, den effektiven Mehrpreis zu bezahlen, was sich unter anderem am Beispiel der CO2-Kompensation zeigt.

Dass das Kostenbewusstsein die Sensibilität für die Umwelt in den Hintergrund drängt, zeigte sich bereits im ersten Teil der empirischen Studie in acht Ländern. Die Faktoren Wetter/Klima und der Preis spielen eine viel grössere Rolle bei der Buchung der Ferienreise. «Nachhaltigkeit ist nicht wichtig und steht an zweitletzter Stelle der acht zur Auswahl stehenden Kriterien», erkannten die Autoren. Trotzdem besteht für Tourismus-Veranstalter, welche die Nachhaltigkeit in der Produktpalette stärker in den Vordergrund rücken möchten, ein Potenzial von rund 20 Prozent von Reisenden, die bei ihrem Entscheid das Thema Nachhaltigkeit bereits an dritter Stelle oder höher nannten.

Quelle: Text World Tourism Forum Lucerne WTFL, April 2011
Studie zur Nachfrage nach nachhaltigem Tourismus
Externe Links
Nachhaltigkeitsstudie
Quelle: World Tourism Forum Lucerne
Is there Demand for Sustainable Tourism?
World Tourism Forum Lucerne 2011
3,5 MB PDF-File (english)
2011
PDF Download

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