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Hochwasserschutz im Kanton Luzern
Hochwasserschutz und Renaturierung Reuss

Januar 2015

Kanton Luzern startet Information und Vernehmlassung

Das Reusstal soll besser vor Hochwasser geschützt werden. Die bestehenden Schutzbauten aus dem 19. Jahrhundert genügen den heutigen Anforderungen nicht mehr.

Das Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement des Kantons Luzern gibt das Projekt «Hochwasserschutz und Renaturierung Reuss» in die Vernehmlassung. Die Bevölkerung wird an öffentlichen Veranstaltungen über das Vorhaben informiert.

Das Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement gibt das Bau- und Auflageprojekt «Hochwasserschutz und Renaturierung Reuss» bei Bund, Kanton, Gemeinden und Interessengruppen in die Vernehmlassung. Ist diese abgeschlossen, kann die öffentliche Auflage des Projekts geplant werden, anschliessend folgt die Bewilligungsphase.

Die Kosten für das Generationenprojekt werden auf 167 Millionen Franken geschätzt.

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Schutzdämme und Aufweitungen

Das Hochwasser im Jahr 2005 hat in den Gebieten der Kleinen Emme und der Reuss Schäden von rund 345 Millionen Franken angerichtet. Der Kanton Luzern hat als Reaktion darauf Sofortmassnahmen angeordnet und im Auftrag des Kantonsrates das Projekt «Hochwasserschutz und Renaturierung Reuss» initiiert.

Das Projekt umfasst Hochwasserschutz- und Renaturierungsmassnahmen am 13.2 Kilometer langen Abschnitt vom Reusszopf bis zur Kantonsgrenze. Es orientiert sich am Grundsatz des Bundes: «Rückhalten, wo möglich; durchleiten, wo nötig.»

Neue Dämme, Aufweitungen und Entlastungen erzielen eine nachhaltige Hochwassersicherheit. Zudem wird die von den eidgenössischen und kantonalen Gesetzen geforderte naturnahe Ausgestaltung umgesetzt.

Im oberen Teil des Abschnitts ist vorgesehen, die Dämme neu aufzubauen, zu erhöhen und zu verstärken. Ab dem Schiltwald soll die Reuss aufgeweitet werden. Steht mehr Platz zur Verfügung, sinkt der Hochwasserspiegel und Zuflüsse zur Reuss werden weniger rückgestaut. Dies bietet die Möglichkeit für ökologische Aufwertungen der Landschaft. Das Wegnetz für Fussgänger, Radfahrer und Reiter sowie die Erholungsgebiete werden optimiert.

Gemäss Bau- und Auflageprojekt belaufen sich die Gesamtkosten für den Hochwasserschutz und die Renaturierung der Reuss auf ca. 167 Millionen Franken.

Die naturnahe Gestaltung nach den bunderechtlichen Vorgaben erhöht einerseits die Sicherheit und schafft andererseits die Voraussetzungen für eine hohe finanzielle Mitbeteiligung des Bundes. So bleiben die Kosten für den Kanton und die betroffenen Gemeinden tragbar.

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Öffentliches Schadenpotenzial von 275 Millionen Franken

Das Reusstal entwickelte sich in den letzten Jahren zu einer wichtigen Wohn- und Arbeitsregion. Die Infrastruktur wurde modernisiert und ausgebaut. Neben Wohnraum sind laufend Büro-, Gewerbe- und Industriebauten entstanden. Dadurch hat sich das Schadenpotenzial bei zukünftigen Hochwasserereignissen erhöht.

Gefahrenuntersuchungen zeigen, dass ein Hochwasser im Luzerner Reusstal einen Schaden von über 275 Millionen Franken an öffentlichen Infrastrukturen und Gebäuden verursachen kann. Schäden an privatem Eigentum oder Erwerbs- und Ertragsausfälle von Unternehmen sind hier noch nicht eingerechnet.

Die Schutzbauten der Reuss stammen aus dem 19. Jahrhundert und genügen den heutigen Sicherheitsansprüchen nicht mehr.

Ein Dammbruch hätte verheerende Folgen. Mit dem Projekt «Hochwasserschutz und Renaturierung Reuss» soll diese Gefahr gebannt werden.

Ein breit abgestütztes Projekt

Bevor die Projektleitung die Sicherheits- und Renaturierungsmassnahmen in Planung gegeben hat, wurde eine Begleitkommission gebildet, in der alle involvierten Kreise vertreten sind: Gemeinden, Bevölkerung, Interessengruppen aus Landwirtschaft, Volkswirtschaft, Ökologie und Erholung sowie die kantonalen Dienststellen und die Nachbarkantone. Die Begleitkommission stellt sicher, dass das lokale Wissen sowie die Erfahrungen und Bedürfnisse von politischen Instanzen, Anwohnern, Betroffenen und Interessierten in die Lösungsfindung einfliessen.

Rekultivierung von Landwirtschaftsland

Bei der Umgestaltung der Reuss fallen grosse Mengen Erdaushub an. Anstatt den qualitativ hochwertigen Humus zu entsorgen, wird der Aushub auch für die Rekultivierung von Landwirtschaftsland verwendet. Heute ist der landwirtschaftliche Boden an verschiedenen Orten entlang der Reuss durchnässt und nur bedingt für die Bewirtschaftung geeignet. Indem das Aushubmaterial im Projektperimeter wiederverwertet wird, kann den gesetzlichen Rahmenbedingungen Rechnung getragen werden. Das Projekt hat nach Lösungen gesucht, die den grösstmöglichen ökologischen Nutzen und die grösstmögliche Sicherheit mit dem kleinstmöglichen Landverbrauch – insbesondere von landwirtschaftlichem Boden – erzielen. Der Landverbrauch auf der 13.2 Kilometer langen Strecke konnte auf 28 Hektaren Waldflächen und 28 Hektaren Landwirtschaftsflächen beschränkt werden. Hinzu kommen 37 Hektaren umgenutzte Flächen.

Mit den betroffenen Grundstückeigentümern und Bewirtschaftern wird aktiv nach individuellen Lösungen gesucht. Im Rahmen einer land- und forstwirtschaftlichen Begleitplanung wurden mit den Betroffenen persönlich Gespräche geführt und die Bedürfnisse erörtert. Die Begleitplanung konnte im Sommer 2014 abgeschlossen werden. Im März 2015 finden im Rahmen von Informationsveranstaltungenweitere Gespräche statt.

«Das Reusstal ist dicht genutzt und hat ein erhebliches Schadenpotenzial», erklärt Albin Schmidhauser, Abteilungsleiter Naturgefahren. «Darum ist ein zeitgemässer Hochwasserschutz nötig. Für dieses Generationenprojekt wollen wir darum alle Betroffenen frühzeitig einbeziehen.

Die Bevölkerung umfassend informieren

dienststelle Verkehr und Infrastruktur (vif) informiert die Bevölkerung der betroffenen Gemeinden in den nächsten Tagen an öffentlichen Veranstaltungen über das Projekt. Ab dem 19. Januar 2015 finden die Einwohnerinnen und Einwohner von Emmen, Ebikon, Root, Buchrain, Gisikon, Honau, Eschenbach und Inwil zudem eine Projektzeitung in ihren Briefkästen. Diese enthält alle wichtigen Informationen zum Projekt sowie eine detaillierte, illustrierte Übersicht über die geplanten Massnahmen. Über den aktuellen Stand des Projekts informiert die Website www.reuss.lu.ch.

Quelle: Text Kanton Luzern, Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement, Dienststelle Verkehr und Infrastruktur (vif), Januar 2015
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