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Nicaragua-Kanal Ein Kanalprojekt in der Planungsphase
Nicaragua-Kanal Das Kanalprojekt
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Nicaragua-Kanal (Nicaragua)
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Ein Kanalprojekt in der Planungsphase

Ein kurzer Handelsweg zwischen dem Atlantischen und dem Pazifischen Ozean ist von grosser wirtschaftlicher und geopolitischer Bedeutung. Vor allem die Wirtschafts- und Militärmacht U.S.A., deren Staatsgebiet an beide Meere grenzt, hatte schon immer ein grosses Interesse an kurzen Verkehrswegen zwischen den beiden Weltmeeren. Die Grossmacht U.S.A. unternahm grosse Anstrengungen, die globalen Verkehrsströme mit Vertragswerken und Militärstützpunkten zu kontrollieren und zu sichern.

Mit China ist in den letzten Jahrzehnten ein neuer «global Player» herangewachsen, welcher seine wirtschaftlichen und militärischen Interessen über den pazifischen Raum hinaus auf Afrika, Zentral- und Südamerika ausgedehnt hat.

Die Existenz einer Wasserstrasse vom Karibischen Meer zum Nicaraguasee ist seit dem späten Mittelalter bekannt. Im 19. Jahrhundert hatten sich viele internationale Mächte für die Machbarkeit eines interozeanischen Verkehrswegs in Mittelamerika interessiert. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war das mögliche Kanalgebiet endlich ausreichend vermessen. Die aufstrebende Weltmacht U.S.A. setzte auf den Bau des Panamakanals. Die U.S.A. übten in Nicaragua ihren Einfluss aus, um den Bau des Nicaragua-Kanals zu verhindern.

Nicaragua hat eine wechselvolle und turbulente Geschichte. 1979 übernahmen die Sandinisten, welche ein linkes, kommunistisch beeinflusstes Gedankengut vertraten, die Macht in Nicaragua. Die U.S.A. unterstützen in der Folge logistisch und finanziell eine Söldnerarmee, welche gegen die Sandinisten agierte. 1988 besiegelte ein Friedensvertrag den blutigen Bürgerkrieg zwischen den Konfliktparteien.

Bei den ersten freien Wahlen 1990 in Nicaragua unterlagen die Sandinisten. Liberal-konservative Politiker übernahmen die Regierungsgeschäfte. Trotzdem kam Nicaragua politisch nicht zur Ruhe. Die linksorientierten Sandinisten versuchten während Jahren, die herrschende Regierung zu destabilisieren. Erst bei den Wahlen im Jahr 2006 gelang es den Sandinisten in einer Volkswahl mit knappen Ausgang, einer der Führer der sandinistischen Revolution und ehemaligen Kommandanten der sandinistische Rebellenarmee ins Präsidentenamt zu hieven.

Der aktuelle (2016) sandinistische Staatspräsident Ortega ist einer der treibenden Kräfte hinter den Plänen für das neue Kanalprojekt, welches allerdings schon von seinen Vorgängern initiert und vorangetrieben wurde.

2012 stimmte das nationale Parlament einem Gesetz zum Bau des Nicaragua-Kanals zu. Im Jahr 2013 hat die Nationalversammlung einem Konzessionsvertragswerk zugestimmt. Die Regierung hat darauf mit der «HKND Group» einen 50 Jahre lang gültigen Konzessionsvertrag abgeschlossen. Der Vertrag ist um weitere 50 Jahre verlängerbar. Erst im Jahr 2014 gab die «HKND» den künftigen Streckenverlauf des Kanals bekannt. Im Dezember 2014 erfolgte der feierliche, in den Medien entsprechend inszinierte offizielle Spatenstich für den neuen Kanal statt.

Im Jahr 2015 erfolgte von der «HKND» die Ankündigung, dass mit den Aushubarbeiten im Herbst 2016 begonnen würde. Das ursprünglich für 2019 geplante Bauende rückt in weite Ferne. Nun soll der Kanal 2021 vollendet sein. Wenn überhaupt. Fachleute bezweifeln, dass ein so gigantisches Bauprojekt in so kurzer Zeit und mit so wenig Geld realisiert werden kann.

Die Bauplanung war von heftigen Protesten und blutigen Unruhen in Nicaragua begleitet. Mehrere Zehntausend Landenteignungen erhitzten die Gemüter von Teilen der Bevölkerung. Bereits im letzten Jahrhundert haben die Sandinisten die Miskitosindianer aus ihren angestammten Siedlungsgebieten entlang der Karibikküste gewaltsam vertrieben. In der Region von Puerto Punta bei Punta Gorda müssen nun indianischstämmige Menschen aus einem Gebiet weichen, wo künftig ein neuer Hochseehafen entstehen soll. Die Sorgen über mögliche negative Folgen in der Umwelt wuchsen in letzter Zeit in Nicaragua von Monat zu Monat.

Auf der Insel Ometepe befinden sich zwei Vulkane. Die Insel und die Ufer des Nicaraguasees werden gerne von in- und ausländischen Touristen besucht.

Die Menschen befürchten durch den Bau und den späteren Betrieb der geplanten Kanalanlage eine Beeinträchtigung der Umwelt, aus der sie ihre Lebensgrundlagen schöpfen. Die Erfahrung lehrt sie, dass die Gewinne aus vielen Geschäften meistens in die Taschen von ein paar wenigen Leuten fliessen. Unter den Umweltschäden leiden jedoch oft jene Menschen, welche nicht von diesen Geschäften nicht profitieren.

Die Regierung von Nicaragua verfolgt die Absicht, mit Hilfe der chinesischen «HKND Group» der Miliardärs Wang Jing einen Kanal vom Karibischen Meer über den Nicaraguasee bis zum Pazifischen Ozean zu bauen.

Der Staat Nicaragua besitzt 51% und die «HKND Group» 49% der Anteile am Kanalunternehmen. Die chinesische Regierung soll nach Angaben der «HKND Group» offiziell nicht am Kanalprojekt beteiligt sein.

Fachleute werten das Kanalprojekt und seine Finanzierung als wenig transparent. Genaue und verlässliche Angaben sind kaum erhältlich.

Der medienscheue chinesische Unternehmer verfügte Ende 2015 gemäss den Schätzungen der Finanzanalysten von «Bloomberg» noch ein Privatvermögen von rund 1,5 Milliarden US-Dollar. Die von ihm kontrollierte «HKND Group» ist bei diesem gigantischen Bauprojekt auf die Beteiligung von weiteren Investoren angewiesen.

Um den Unternehmer Wang Jing ranken viele Geheimnisse und Rätsel. Als Besitzer einer rasch wachsenden chinesischen Telekomfirma hat er sich ein ansehnliches Vermögen erwirtschaftet. Über seine weiteren Einnahmequellen ist wenig bekannt.

Mit der Wasserstrasse will Nicaragua dem Panamakanal Konkurrenz machen. Der Panamakanal wird bis 2016 mit einem Erweiterungsprojekt an die Abmessungen der neuen Schiffsklassen im maritimen Frachtverkehr angepasst. Trotzdem wird der Panamakanal für die grössten Containerschiffe weiterhin nicht passierbar sein.

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Das Kanalprojekt
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Für den Verlauf des Nicaragua-Kanals wurden mehrere Projekt-Varianten ausgearbeitet.

Die Bauingenieure und das Kanalunternehmen haben sich für den Bau einer neuen Wasserstrasse von der Flussmündung des Rio Punta Gorda an der Karibikküste durch den Nicaraguasee im Landesinneren bis zur Mündung des Rio Brito auf der Pazifikküste führen. Der neue transozeanische Wasserweg soll über eine Breite von mindestens 230 m und eine Wassertiefe von mindestens 27 m verfügen.

Diese Kanalabmessungen ermöglichen es den grössten Handelsschiffen der Welt, den Containerschiffen der Post-Panamax-Klasse und den Ultra Large Container Ships (ULCS) oder Grosscontainerschiffen, den Wasserweg vollbeladen zu passieren.


Die Post-Panamax-Klasse heisst neu Neopanamax-Klasse.

Der Nicaraguasee liegt lediglich 31 m über dem Meeresspiegel. Mit 8'157 km2 Fläche hat er die rund 15fach grössere Fläche als der Bodensee. Seine mittlere Tiefe beträgt lediglich 13 m. Die Fahrrinne für die Grosscontainerschiffe muss mindestens 27 m tief sein. Vom Karibischen Meer her muss eine rund 200 hohe Hügelkette überwunden werden. Die beiden Küsten werden von den Gezeiten beeinflusst und unterliegen einem Tidenhub von rund 7 m.

Im Gegensatz zum Panamakanal wird die künftige interozeanische Wasserwasserstrasse quer durch Nicaragua über weniger Schleusen verfügen. Schleusen verteuern den Bau der Wasserstrasse und erhöhen die Gebühren für eine Durchfahrt. Ausserdem verlängern Schleusen die Durchfahrtszeiten.

Quellen: n-tv 2013 - 2016, Wikipedia
Text: RAOnline 2016

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